Tornados in Deutschland

Kein seltenes Wetterphänomen

Beim Thema Tornados denken die meisten an die USA. Und in der Tat werden dort jährlich rund 1200 Tornados beobachtet. Doch auch in Deutschland sind Tornados kein seltenes Wetterphänomen.

Allein im Juni dieses Jahres gab es etliche bestätigte Tornados. So sorgte unter anderem das Video eines Pärchens auf Youtube für Furore, das am 5. Juni im Kreis Schleswig-Flensburg einen Tornado filmte und dabei rege stritt. Nur zwei Tage später rief die Hamburger Feuerwehr den Ausnahmezustand nach einem schweren Unwetter aus. Ein Tornado zog über den Nordosten der Stadt und verwüstete Teile von Farmsen-Berne. Das Video zeigt die Entstehung der Windhose. Und am 15. Juni richtete ein Tornado binnen weniger Minuten im Thüringischen Ellrich erhebliche Schäden an.

Meistens treten Tornados bei Gewittern im Sommer auf. Zu dieser Zeit sind die Labilität und der Feuchtegehalt der Atmosphäre am größten. Aber auch im Winter werden Tornados beobachtet – vor allem, wenn sich bei der Passage von Winterstürmen an der zugehörigen Kaltfront eine Schauer- oder Gewitterlinie ausbildet. 

Wie entsteht ein Tornado? Wie wird er nachgewiesen? Und wonach werden Tornados klassifiziert?

Tornados – oft auch Windhose oder Großtrombe genannt – sind trichterartige, mehr oder weniger senkrecht zur Oberfläche gerichtete Luftwirbel, die eine durchgehende Verbindung von einer Schauer- oder Gewitterwolke bis zum Boden aufweisen. Die Luftwirbel sind zunächst unsichtbar. Erst durch die Kondensation von Wasserdampf und vom Boden aufgewirbelten Staub werden sie sichtbar. Dabei kann ihr Durchmesser von zehn Metern bis hin zu einem Kilometer reichen und ihre Lebensdauer von einigen Sekunden bis zu wenigen Stunden. Die auftretenden Windgeschwindigkeiten können mehrere Hundert Kilometer pro Stunde erreichen. Ziehen Tornados über Wasserflächen, werden sie als Wasserhosen bezeichnet.

Es gibt mehrere Modellvorstellungen, wie ein Tornado entsteht. Die Geowissenschaftler und Meteorologen der Deutschen Rück sind den verschiedenen Erklärungsansätzen im Detail nachgegangen. Die Experten stellen dar, wie Tornados nachgewiesen werden können und welche Besonderheiten Tornado-Schäden aufweisen. Denn von Wetterstationen lassen sich die meist kleinräumigen Tornadoerscheinungen kaum registrieren. Dazu ist die Stationsdichte zu gering und herkömmliche Wetterstationen werden bei einem intensiven Tornado meistens zerstört. Doch wie lässt sich dann die Stärke eines Tornados überhaupt messen?

Tornados wissenschaftlich und verständlich erklärt

Diese und weitere Fragen klären die Wetterexperten der Deutschen Rück im Tornado-Special der Sturmdokumentation 2015. Denn: Extreme Unwetterereignisse und Naturgefahren stellen große Herausforderungen an Versicherer, Politik und die Gesellschaft. Es wird deshalb immer wichtiger, Naturgefahrenereignisse geowissenschaftlich einzuordnen, Schadenpotenziale realistisch einzuschätzen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

 

Auch diese Seiten könnten Sie interessieren

www.tornadoliste.de

www.skywarn.de

www.tornadoarbeitsgruppe.de




Dr. Thomas Bistry

Geologe und Spezialist für Naturgefahren im NatCat-Center

Hansaallee 177
40549 Düsseldorf
Telefon: +49 211 4554-163

Dr. Matthias Klawa

Meteorologe und Spezialist für Naturgefahren im NatCat-Center

Hansaallee 177
40549 Düsseldorf
Telefon: +49 211 4554-278